Förderung von Innovationen durch Forschung in der Fisch- und Meeresfrüchteindustrie
Im Januar 2026 wurde das neue Bolton Food Research & Innovation Center in Singapur offiziell eingeweiht – ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Forschungs- und Innovationsansatzes von Bolton Food.
Alberto Dolci, Global Health & Science Program Manager bei Bolton Food, hat sich mit uns zusammengesetzt, um mehr über dieses Projekt zu erzählen und zu erläutern, wie das Zentrum dazu beiträgt, das wissenschaftliche Verständnis für Themen rund um Meeresfrüchte zu vertiefen – mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, die die Weiterentwicklung der Branche unterstützen können.
Alberto, wie ist dieses Projekt entstanden?
Als ich vor vier Jahren zu Bolton kam, fand ich ein Unternehmen vor, das in Sachen Nachhaltigkeit bereits sehr ausgereift war und ein klares Verständnis dafür hatte, welche Rolle Forschung und Innovation bei der Unterstützung der langfristigen Geschäftsentwicklung spielen können. Genau hier konnte ich meinen Beitrag leisten.
Von Anfang an lag der Schwerpunkt darauf, einen strukturierteren und agileren Ansatz für Forschung und Innovation zu entwickeln, auch durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern, anstatt Kompetenzen intern nachzubilden. Wir begannen mit einer Phase der Erkundung und Bestandsaufnahme. Wir stellten schnell fest, dass insbesondere in Europa nur ein begrenzter Austausch zwischen der Industrie und der Wissenschaftszene bestand, darunter Universitäten, Forschungszentren und Innovationsökosysteme wie Start-up-Acceleratoren. Es fehlte ein Bindeglied, und wir sahen die Chance, uns innerhalb dieses Ökosystems zu positionieren und die Zusammenarbeit mit der akademischen und Forschungsgemeinschaft zu fördern.
Wir haben seit den ersten Forschungsmitteln, die wir im Rahmen des PNRR erhalten haben, einen langen Weg zurückgelegt!
Heute hat die Idee eines strukturierteren Ansatzes für Forschung und Innovation mit der Gründung des Zentrums Gestalt angenommen.
Wir haben vor zwei Jahren mit der Strukturierung dieses Projekts begonnen, und die Eröffnungsveranstaltung im Januar markierte nach einer langen Zeit der Arbeit hinter den Kulissen einen wichtigen Meilenstein. Sie brachte Vertreter von Institutionen, der Wissenschaft und dem breiteren Ökosystem in Singapur zusammen.
Und wie kam Singapur ins Spiel?
Wir haben unsere Präsenz in Singapur mit Unterstützung von Enterprise Singapore (EnterpriseSG) aufgebaut, um Singapurs Rolle als weltweit führender Standort für Forschung und Innovation zu nutzen und von der fortschrittlichen F&E-Infrastruktur, der starken institutionellen Unterstützung und dem Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften zu profitieren!
Singapur beherbergt zudem weltweit renommierte Universitäten und verfügt über ein dynamisches Forschungsökosystem mit umfangreichen internationalen Kooperationen.
Was waren die größten Herausforderungen oder Überraschungen, denen Sie auf diesem Weg begegnen mussten?
Eine der größten Herausforderungen bestand darin, unseren Blickwinkel zu erweitern: Während wir unser Kerngeschäft im Bereich der schnelllebigen Konsumgüter (FMCG) beibehalten haben, haben wir einen stärker strukturierten wissenschaftlichen Ansatz in unsere Strategie integriert. Dazu gehören der Aufbau einer solideren wissenschaftlichen Grundlage und die Zusammenarbeit mit verschiedenen institutionellen Akteuren.
Dieser Ansatz, der auf den ersten Blick eher akademisch erscheinen mag, ist ein grundlegender Motor für Innovation und trägt zur allgemeinen Weiterentwicklung der Branche bei.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Gründung einer gemeinnützigen Organisation ausgehend von unserem Geschäftsbereich Bolton Food, die einer Unternehmensstiftung in Singapur sehr ähnlich ist.
Was sind die Herausforderungen für die Zukunft?
Wir konzentrieren uns darauf, echte Ergebnisse zu erzielen, denn Forschung kann jeder betreiben. Wir müssen jedoch sicherstellen, dass Forschungsaktivitäten relevant und anwendbar bleiben – und das ist eine ganz andere Sache. Wissensgewinnung ist nur ein Teil des Prozesses; um zu verstehen, wie dieses Wissen in praktische Anwendungen umgesetzt werden kann, sind kontinuierliche Validierung und Zusammenarbeit erforderlich.
Aber bedenken Sie Folgendes: Nur ein Teil des Thunfischs wird direkt verzehrt, während der Rest zu Fischmehl verarbeitet wird, das zwar wertlos ist, aber eine beträchtliche ungenutzte Ressource für kosmetische, pharmazeutische und landwirtschaftliche Zwecke darstellt, insbesondere in der Kreislaufwirtschaft. Dabei handelt es sich um erhebliche Mengen, die enorme Chancen bergen können. Wir werden zwar weiterhin in unser Kerngeschäft mit Konserven investieren und dieses ausbauen, erkennen aber auch, wie wichtig es ist, zusätzlichen Wert dort zu erschließen, wo noch ungenutztes Potenzial besteht.
Die Erforschung dieser Möglichkeiten mag weniger unmittelbar sein, doch durch Forschung können wir sie greifbar und umsetzbar machen. Genau diese zukunftsorientierte Denkweise wollen wir fördern!
Natürlich wäre all dies ohne das Team hinter dem Center nicht möglich: Mei Shan Liew, Senior Manager für Open Innovation; Yi Ling Chin, Forschungsbeauftragte; und Janjira Soh, Forschungsbeauftragte, die ihr Fachwissen aus Wissenschaft und Innovation bündeln.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Weitere Nachrichten
Marcella Schirru: Ein Schritt in die Zukunft
Zwei EcoVadis-Medaillen. Ein gemeinsames Engagement.
Der Monat des Made in Italy wird gefeiert